Wie wird man Buddhist?

Wenn man sich eine Weile mit dem Buddhismus beschäftigt hat, kommt man möglicherweise an dem Punkt an, an dem man auch offiziell Buddhist werden möchte.

Der Buddhismus wäre rein definitionsgemäß gar keine Religion, da weder eine Gottheit verehrt wird noch ein konkretes Glaubenssystem besteht. Dennoch behandelt der Buddhismus, wie alle Religionen, die grundlegenden Fragen des Lebens wie „Wer bin ich?“, „Was ist der Sinn der Lebens?“, „Warum bin ich hier?“ oder „Warum leiden wir?“.

Selbst der Dalai Lama, der bekannteste heute lebende Buddhist, sagt, dass man nicht Buddhist werden muss, um vom Buddhismus zu profitieren.
Möchte man dennoch Buddhist werden, sollte man die für sich passende Tradition wählen und einen geeigneten Lehrer finden, der die spirituelle Reise führt.
Wenn man Buddhist werden möchte, muss man sich nicht formell zum Buddhismus bekennen. Doch kann der formelle Akt eine tiefe persönliche Bedeutung haben und die Bindung an einen Lehrer oder eine Tradition festigen. Den idealen Zeitpunkt dafür wird man selbst erkennen, wenn man bereit ist.

In der Praxis nimmt der Buddhismus drei Formen an: ein ethisches Leben führen, das Leben durch Meditation reflektieren und Verehrung zum Ausdruck bringen. Wer Buddhist werden möchte, sollte die vier edlen Wahrheiten (die Wahrheit vom Leiden, der Ursache des Leidens, der Aufhebung des Leidens und des achtfachen Pfades zur Aufhebung des Leidens) verstehen, um zu begreifen worum es im Buddhismus geht.

Wenn man formell Buddhist werden möchte, entscheidet man sich, in Gegenwart eines Lehrers, für die Zuflucht zu den „Drei Juwelen“: Buddha, Dharma (Lehre) und Sangha (die buddhistische Gemeinde). Außerdem verpflichtet man sich in einer Zeremonie, die 13 Zen-Gebote einzuhalten, insbesondere dem Vorsatz keinem Lebewesen zu schaden.
Die Zufluchtnahme wird täglich in der Meditation oder in Gedanken erneuert. Wie intensiv diese ausgeführt wird, hängt sowohl von der gewählten Schule als auch von der eigenen Überzeugung ab. Es wird darauf geachtet, dass die Zufluchtnahme einer tiefen inneren Überzeugung entspricht.

Wer Buddhist werden möchte, sollte auch wissen, dass die Zuwendung zum Buddhismus keine lebenslange Entscheidung sein muss. Man kann sich jederzeit entscheiden einen anderen Weg zu gehen. Eine offizielle Zeremonie für einen Austritt gibt es nicht.

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