Ablauf in einem buddhistischen Kloster

Ein buddhistisches Kloster war ursprünglich eine Unterkunft für die Mönche während der Regenzeit. Die restlichen Monate waren die Jünger Buddhas auf Reisen. Die Gebäude waren Geschenke von Gläubigen. Aus den provisorischen Wohnstätten entwickelten sich die Klöster. Als buddhistisches Kloster darf es nur bezeichnet werden, wenn es auch über eine Versammlungshalle verfügt und einen Vorsteher hat. In Ländern wie Thailand und Kambodscha, in denen der Theravada-Buddhismus verbreitet ist, wird ein buddhistisches Kloster Wat genannt.

Für die Mönche ist ihr Kloster ein Rückzugsraum aus dem materiell geprägten Leben und ein Ort, an dem die Stille dominiert. Im Mittelpunkt des Klosterlebens steht das stete Lernen und Lehren. Ein buddhistisches Kloster funktioniert nach einem strengen Tagesablauf, der in der Regel zwischen 4.30 und 5 Uhr beginnt. Nach der kurzen Morgentoilette steht die Meditation in der Versammlungshalle auf dem Tagesplan. Das gemeinsame Frühstück wird um 6 Uhr eingenommen. Die Zeit danach dient dem Lernen und Lehren. Die Klöster stehen allen Gläubigen offen. Sie erfahren dort von den Mönchen seelsorgerische Betreuung.

Mittagessen gibt es schon um 11.30 Uhr. Es ist zugleich die letzte Mahlzeit des Tages für die Mönche, die ab 12 Uhr nichts mehr essen dürfen. Ein buddhistisches Kloster ist nicht auf Selbstversorgung ausgelegt. Innerhalb des Kloster werden keine Nahrungsmittel angebaut, denn buddhistische Mönche dürfen nichts Materielles besitzen. Sie haben die Aufgabe, jeden Tag nach dem Mittagsmahl in den umliegenden Dörfern um Nahrungsmittel zu bitten. Für die Dorfbewohner ist es eine Ehre, wenn sie die Mönche mit Lebensmittel versorgen dürfen.

Wenn die Mönche ins Kloster zurückgekehrt sind, widmen sie sich wieder der Meditation und den Lehren Buddhas. Ein buddhistisches Kloster präsentiert sich demnach nicht als Ort der Passivität. Dem weltlichen Entsagen wird die aktive spirituelle Weiterentwicklung entgegengesetzt, die letztendlich die Erleuchtung bringt und im Einklang mit Mensch und Umwelt steht. Ein buddhistisches Kloster und seine Mönche widmen sich in ihrem Tagesablauf nicht der Anbetung eines Schöpfergottes. Ihre religiösen Verrichtungen haben das hohe Ziel, nach mehrfacher Wiedergeburt das Nirvana zu erreichen. Deshalb endet auch der Tag mit Meditation und Sprechgesang, ehe jeder Mönch sich in seine Mönchsklause zurückzieht.

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